Heiner Meyer – Info

Konsequenz und undogmatische Kompromisslosigkeit charakterisieren die Malerei Heiner Meyers ebenso wie die Prinzipien einer »arte sull’arte«, einer Kunst, deren primäres Thema die Kunst ist. Souverän legt er in seinen Arbeiten Zitate und Adaptionen der unterschiedlichsten Provenienzen in Schichten übereinander und demonstriert damit die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen.

 

Skulpturen der griechischen Klassik, Bildthemen vergangener Malereiepochen, Porträts aktueller Filmstars und solcher der 50er Jahre, Mickey Mouse und andere Comicfiguren, Autos, Zeichen bekannter Modemarken und Würfel, all das sind immer wiederkehrende Versatzstücke der Bildsprache Heiner Meyers, die in immer neuen Konstellationen und Konfrontationen zitiert werden.
 
In ähnlicher Weise wie in seiner Malerei, beschäftigt er sich auch in der Bildhauerei mit dem Thema Popularität und Konsum. Bekannte Statussymbole oder Comicfiguren werden hier ihrem Kontext entnommen und als teilweise überdimensionale Bronzegüsse oder Holzskulpturen in Szene gesetzt. 2014 entstanden in Zusammenarbeit mit Chanel und dem Magazin Tush zwei große Skulpturen zum Thema Chanel No. 5.
 
Der 1953 in Bielefeld geborene Künstler eröffnete bereits mit 19 Jahren seine erste Einzelausstellung in der Galerie Bernhard Hüning in Münster. Ab 1973 arbeitete er als Assistent Salvador Dalís im spanischen Port Liggat. 1977 bis 1983 studierte Meyer Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Kunst (HBK) in Braunschweig und wurde 1981 zum Meisterschüler bei Prof. Malte Sartorius ernannt. Im selben Jahr erhielt er den Rudolf- Wilke Preis der Stadt Braunschweig und 1982 den Kunstpreis

der Lottogesellschaft Niedersachsen. Es folgten Lehrtätigkeiten an der HBK Braunschweig sowie der Fachhochschule Bielefeld. 1995 erhielt er die Förderung des Kultusministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen. Heiner Meyer lebt und arbeitet in Bielefeld.
Die Werke Heiner Meyers wurden weltweit in mehr als 200 Gruppen- und Einzelausstellungen präsentiert. Seine Bilder und Skulpturen sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.
 
Besonders gefragt sind seine Werke auf dem amerikanischen Markt. Von den Hamptons über Miami bis nach Los Angeles waren seine Arbeiten bereits in Galerien und auf Messen, wie beispielsweise der Art Miami, zu sehen und erweiterten dort den Bestand bekannter Sammlungen, wie die des Modedesigners Tommy Hilfiger. Die von Hilfiger angekaufte Großskulptur Heiner Meyers zierte im September 2014 sogar die Titelseite des renommierten Magazins Architectural Digest.
 
Heiner Meyer wurde zur Beteiligung an der ersten Triennale von Venedig 2015 eingeladen. Ursprünglich als Collateral-Event zur 56. Biennale geplant, hat sich die Ausstellung im Palazzo Albrizzi inzwischen zu einem eigenständigen Projekt etabliert.