Jochen Pankrath – Info

Der 1981 in Roding (Bayern) geborene Künstler ist seit 2003 Student der freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. 2006 erhielt er den Welde Kunstpreis, im darauffolgenden Jahr den JAB-Kunstpreis und ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2008 wurde er aufgenommen in den Förderkalender der Lfa Förderbank Bayern. Seit letztem Jahr ist Jochen Pankrath Meisterschüler bei Ralph Fleck.

Pankraths noch junge Karriere versammelt neben den Einzelpräsentationen im Kunstverein Kirchzarten und im Kunstverein Mannheim eine erstaunliche Anzahl von Ausstellungsbeteiligungen im Kunstverein Erlangen (2008), in der Kunsthalle Recklinghausen (Kunstpreis Junger Westen 2005), im Kunsthaus Nürnberg (Kunstpreis der Nürnberger Nachrichten 2007) und einigen Galerieausstellungen und Präsentationen der Fleck-Klasse.

Jochen Pankraths Malerei ist direkt und unmittelbar. Bei der Betrachtung ist zu spüren, dass der Künstler Gesehenes geradewegs in Malerei umzusetzen sucht. Kleine Formate entstehen neben lebensgroßen Halbakten. Landschaften, die oftmals düster wirken, zeigen Blicke in Alleen oder ein heraufziehendes Gewitter. Ein Grabstein, dessen große helle Platte das Bild dominiert, ist gleichfalls bildwürdig, so wie in einem weiteren Gemälde eine weiße, an einer Biegung stehenden Kapelle.

Pankraths Porträts wirken sehr persönlich: Seine Modelle Steffi, Dani, Claudia, Christina und Elena werden auch in den jeweiligen Bildtiteln genannt. Seine Vorliebe gilt jedoch dem menschlichen, in der Mehrzahl weiblichen Körper. Es entstehen Aktdarstellungen von großer Intimität. Dabei muss der Körper nie ganz nackt sein, manchmal trägt die Figur Strümpfe und Unterwäsche oder Bikini, zuweilen fehlt nur das Oberteil. Die Körper öffnen sich dem Maler in einer Weise, wie sie sich vielen Betrachtern nicht darbieten würden. Sie haben sich nicht für fremde Augen in Positur gestellt, gesetzt oder gelegt. Sie befinden sich in der Selbstbetrachtung wie die junge Frau in dem Bild „Inventur“ von 2008 (mit der nicht gestellten Frage an sich selbst: „Bin ich schön?“). So erzeugt Pankrath eine Privatheit, die den Betrachter hinschauen lässt, der sich dabei gelegentlich ein wenig wie ein Voyeur fühlt. In dem Selbstbildnis „Ich“ sehen wir den Künstler selbst, sich den Pullover hochziehend, dabei seinen Bauch und die Behaarung sichtbar machend. Dabei ist der Pinselstrich flüssig und schnell. Es entstehen Farbflächen, die durch das sichtbare Gegeneinander farbgleicher Pinselstriche oder durch Helldunkelabstufungen aufgebrochen werden, aber Details nicht offenbaren.

Seine neueste Serie „Schöne Tage“ entstand vornehmlich in der freien Natur.