Paul Mathey

Die Kunst der Einfachheit – Kann man Stille inszenieren?

Alltägliche Gegenstände finden sich auf den Malereien Paul Matheys – eine Vase, Früchte,
ein Glas, meist auf einem schlichten Untergrund. Durch die bühnenartige Inszenierung wird die Räumlichkeit bewußt aufgehoben und der Fokus auf den Gegenstand gelenkt. Es handelt sich um Nebensächlichkeiten, Dinge, denen man tagtäglich begegnet, denen man sonst kaum Beachtung schenkt. Herausgenommen aus ihrem herkömmlichen Kontext bilden sie nun die Hauptmotive der Darstellung. Mit genauer Beobachtung gibt er das Gesehene wieder. Dabei geht Paul Mathey mit einer akribischen Gründlichkeit vor, deren Produkt in seinem Realismus beeindruckend ist. Man findet kein Narrativ, keine Erwartung, keine Intension – nur die Gegenstände, denen wir in ihrer Schlichtheit begegnen. Wir werden zurückgeworfen auf die genaue Betrachtung
und können unseren Blick auf einer Sache ruhen lassen, ohne bereits von der nächsten abgelenkt zu werden. Keine Überladung, nur der Genuss des Augenblicks. Die Schönheit des aktuellen Moments macht sich hierdurch erfahrbar. In ihrer Einfachheit stellen die Gegenstände Vehikel dar,
die uns in einen kontemplativen Zustand versetzten. Wir sind ausschließlich auf unser persönliches Empfinden zurückgeworfen.
Paul Mathey inszeniert in seinen Arbeiten einen Moment des Innehaltens und der Stille.

Sina Herrmann
Kunsthistorikerin MA

 

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