Susanna Storch – Info

Das Unsichtbare Sichtbar machen.

Susanna Storchs Werke sind dem figurativen Realismus zuzuordnen. Porträts, Akte, Fassaden, Landschafts- und Antikriegsdarstellungen bilden das facettenreiche Oeuvre der Künstlerin.

Die gebürtige Mainzerin studierte Grafik Design in München, darauf Kunsterziehung an der Universität Mainz. Bereits in ihren Anfängen widmete sich die Künstlerin nicht nur der figürlichen Malerei, sondern auch der Bildhauerei. Schon zu Beginn stand die menschliche Figur im Fokus ihres Interesses, besonders die Porträt- und die Aktzeichnung/-malerei faszinieren Susanne Storch. Nach ihrem Abschluss in der Kunsterziehung befasste sie sich zunächst mit Keramik- und Objektdesign. Ab 1999 kehrte sie jedoch wieder zur Malerei zurück. Seit 1998 lebt und arbeitet die freischaffende Künstlerin in Mainz.

Ihre frühen Arbeiten sind überwiegend von Menschendarstellungen geprägt. Inspiration findet sie im alltäglichen Leben und in den von ihr angefertigten Fotografien. Sie porträtiert bekannte und fremde Personen, dabei liegt der Schwerpunkt immer auf Mimik und Gestik, Emotionen und Ausdruckskraft.
„Ich wollte metaphorische Bilder finden beziehungsweise schaffen, die intensives Empfinden ausdrücken, menschliche Affekte unterschiedlichster Art – the human drama“.
Dieses Anliegen kristallisiert sich vor allem in ihren Werken zum Ballett und dem Tanztheater – ein sehr spannender Schwerpunkt ihres Gesamtwerkes. Susanna Storch war bei den Tanzproben anwesend und fertigte Momentaufnahmen von den Tänzern bei ihrem Training an, so war ihr zu den Porträtierten ein sehr intimer Zugang möglich. Es entstand eine Serie voller anmutender, filigraner und wunderschöner Individuen, die zum Betrachter gleichzeitig eine Nähe und Distanz aufbauen. Mal strahlen die Protagonisten Zufriedenheit, Entspanntheit und Ausgeglichenheit – mal Distanziertheit, Verletzlichkeit und Traurigkeit aus – mal ist ihre Gefühlslage erst gar nicht zu identifizieren, weil zugleich etwas Fröhliches und Melancholisches mitschwingt. So stellt sie in ihren Bildern Spannung und Inspirationsfreiraum her. Bei Oxana und Igor nehmen die Akteure eine souveräne und erhabene Körperhaltung ein. Mit ihren Blicken kommunizieren sie miteinander. Der Tiefrote Hintergrund bricht mit den Farben der zurückhaltenden Töne ihrer Klamotten – es entsteht eine einnehmende, lebhafte und temperamentvolle Atmosphäre.

In der „FASSADEN“-Serie distanziert sich die Künstlerin von den menschlichen Darstellungen und widmet sich unterschiedlichsten Hausfassaden auf der ganzen Welt. Nichtsdestotrotz bleibt der Mensch ein bedeutender Bestandteil Ihres Sujets. Unbemerkt, auf eine voyeuristische Art fängt die Künstlerin Menschen, die am Fenster weilen, ein. Herausblickend, rauchend, telefonierend, doch von der Spiegelung im Fenster oder durch Gardinen immer zum Teil verdeckt, anonymisiert sie die Personen. Es ist ein Entdecken und Verdecken zu gleichen Teilen. Diese Momentaufnahmen geben keinesfalls einen Einblick in das Leben der Dargestellten, sie regen nur die Fantasie des Rezipienten an. So kreieren wir unsere eigenen kleinen Geschichten. Sie stellt das Alltägliche – die alltägliche Anonymität im urbanen Kontext nach. Insgesamt gestaltet sie ihre Werke in einer eintönigen und grauen Farbigkeit, trotzdem transportiert sie mit ihre Bildern Lebendigkeit und Kommunikation.

Susanna Storch hatte bereits viele großartige Möglichkeiten ihre Werke im öffentlichen Raum zu präsentieren. 2016 war sie in St. Petersburg in der ART re.FLEX Galerie mit einer Einzelausstellung vertreten. Mit der Teilnahme am „Arte Laguna Prize Exhibition“ wurde ihr in Venedig eine Ausstellung im Teatro Le Fenice gewidmet. Auch im Dom in Würzburger und im Museum Miltenberg sind ihre Arbeiten zu sehen.