Wulf Winckelmann

Der weite Himmel über tief gezogenem Horizont scheint endlos. Riesige Wolkenmassen am Firmament. Dem Meer, den Wiesen, Feldern und Gewässern bleibt nur ein schmaler Streifen am unteren Rand des  breit gelagerten Bildes. Im Kontrast zwischen dem verschwenderischen Szenario des Himmels und der wie durch einen Schleier wahrnehmbaren Landschaft darunter liegt die Grundspannung dieser horizontal ausgerichteten Bildformate. Nicht nur kompositorisch jedoch wird der Horizont gewissermaßen zum Zünglein an der Waage. Mehr noch verweist er für Winckelmann auf etwas, das sich hinter dem Sichtbaren befindet.

Seine großformatigen, unter Einsatz von Spachtel und Pinsel mit Acrylfarbe, Pigmenten und Tuschen pastos gemalten Bilder erschließen sich aus der stetigen Suche und Frage danach, „ob etwas und was jenseits des Sichtbaren wahrgenommen werden kann“. Der Horizont wird gleichsam zur Demarkationslinie, an welcher die Hand des Malers nach Orientierung und Gewissheit tasten. Wulf Winckelmann deutet und begreift den Horizont nicht als Trennung, als Begrenzung, sondern als Aufforderung und Einladung. Wenn er eine Landschaft malt, dann um im Prozess des sich Erinnerns die Wirkung des Gesehenen zu verdichten und zu intensivieren. In diesem Erinnerungsmoment, gekoppelt an einen anderen Umgang mit der Zeit, besteht für Winckelmann der wesentliche Unterschied zwischen Malerei und Fotografie, die sich in seinem Gesamtwerk bedingen und auseinander hervorgehen.

 

 

 


 

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